Aussöhnung der Partei

Wir müssen uns endlich versöhnen. Die Auseinandersetzungen haben über die Jahre zunehmend an inhaltlicher Substanz verloren und sind dafür immer rabiater geworden. Noch schlimmer: sie finden in aller Öffentlichkeit statt. Genossinnen und Genossen erklären öffentlich, auf wen von uns sie in Zukunft zu verzichten gedenken. Hier muss ein klares „Stopp“ entgegnet werden, und zwar von uns allen zusammen.

Wir wollen auf niemanden von uns verzichten, so lange die Grundfesten unserer Partei nicht verlassen werden. Unsere Pluralität und komplexen Perspektiven sind unsere Stärke. Nur wenn wir uns jetzt versöhnen, kommen wir in die Lage unsere inhaltlichen Differenzen vernünftig und intern in den Gremien bis hin zu den Parteitagen zu debattieren und produktiv aufzulösen. Eine enge Zusammenarbeit von Partei und Fraktion ist dafür die Voraussetzung.

DIE LINKE hilft:
Nicht nur reden, handeln!

Wir müssen den Menschen als Anlaufstelle für ihre sozialen Probleme gelten, die ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht. Wir haben zahlreiche Expert:innen zu allen möglichen Lebensbereichen in unserer Partei. Dieses Potenzial gilt es zu nutzen und den Menschen ein breites Unterstützungsangebot anzubieten.

Ich möchte, dass die Bundespartei ein solches Projekt anstößt und die Landes- und Kreisverbände bei der Durchführung unterstützt.

Kooperation zwischen Bund und Ländern

Es ist wichtig, die Gremien der Partei zu stärken und Bundes- und Länderebene stärker miteinander zu verzahnen. Gemeinsame Sitzungen auf Vorstandsebene müssen dafür umfassend vorbereitet werden, um den Aufwand der Beteiligten klein zu halten. Die Bundespartei muss die Länder in der (Wieder-) Gewinnung von Nichtwähler:innen unterstützen. Schwerpunkt sollte hierbei Ostdeutschland sein. Daneben ist diese Unterstützung auch in Regionen mit hohem Nichtwähler:innenanteil im Westen zu leisten. Die Arbeit der Kreisverbände und der Kommunalpolitiker:innen muss wertgeschätzt und gestützt werden! Wozu haben wir Kampagnen, wenn wir sie nicht in die Fläche tragen?

An der Seite der Bewegungen – an der Seite der Menschen!

Wir müssen als LINKE klar an der Seite derer stehen, die sich organisieren. Bewegungen sind schon immer Teil unserer DNA und müssen das auch weiter sein. Egal ob es nun Gewerkschaften, die Friedensbewegung oder neue soziale Bewegungen sind. Gleichzeitig dürfen Bewegungen nicht unser einziger Fokus sein.

Viele prekarisierte Menschen haben überhaupt nicht mehr die Kraft, sich neben Vollzeitjob und anderen Verpflichtungen für ihre Belange einzusetzen. Es liegt in unserer Verantwortung, auch diesen Menschen unser Ohr und unsere Stimme zu leihen!

Antisexistische Partei

Sämtliche Vorwürfe müssen systematisch aufgearbeitet werden. Dabei müssen wir Betroffenen endlich beweisen, dass sie gehört und ernst genommen werden. Hierfür braucht es mehr als nur Lippenbekenntnisse, es braucht strukturelle Veränderungen und es braucht Stellen, denen Betroffene wirklich vertrauen können. Es ist für mich klar, dass so etwas nur mit unabhängigen Anlaufstellen funktionieren kann.

Neben institutioneller Veränderung braucht es aber auch einen Kulturwandel innerhalb der Partei, der unmissverständlich klar macht: Sexismus und erst Recht sexualisierte Gewalt haben Konsequenzen und werden auf keiner Ebene toleriert!

Kommunale Arbeit stärker schätzen und kommunale Verankerung schaffen!

Kommunalpolitik wird häufig sehr stiefmütterlich behandelt – sowohl in der öffentlichen Wahrnehmung, als auch innerhalb der Parteien. Dabei sind in vielen Regionen in den letzten Jahrzehnten Jugendtreffs, Schwimmbäder, Krankenhäuser und weitere Infrastruktur geschlossen worden, die das Leben zuvor lebenswerter gemacht haben.

Wir brauchen dringend linke Kommunalpolitik, die den Menschen den Alltag erleichtert und verschönert. Denn auch das ist ein Beitrag zu mehr sozialer Gerechtigkeit!